Film "Alphabet"


Die Bildungslandschaft im Vergleich


Im Herbst 2014 ist der Dokumentarfilm "Alphabet - Angst oder Liebe" von Erwin Wagenhofer rausgekommen.
Er informiert über verschiedene Bildungssysteme weltweit. Von der chinesen Bildungskultur über die Pisa Studie (Andreas Schleicher) bis hin zum Freilerner wie André Stern, der Sohn von Arno Stern .

Ähnlich wie in den Beiträgen von Dagmar Neubronner zum Thema Freilerner (Unschooling) wird einem klar, daß Begeisterung der Motor für das Lernen ist. Der Lehrer begleitet, dient und ist Zeuge der Entwicklung. Das Kind steht in Verbindung mit sich selbst und geht auf unwiderstehliche Entdeckungsreisen.
Der Film geht ebenfalls in Einklang mit den Aussagen vom Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther, einem Spezialisten zum Thema Gehirn, Lernen, Talente, Begeisterung und Bildung.
Auch der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Gordon Neufeld aus Kanada spricht vom emergenten Spiel - das zweckfreie Spiel - als eine wichtige Voraussetzung für den Reifwerdungsprozess.

Die umfangreiche Recherchearbeit für diesen Film trägt Früchte: der Film Alphabet ist eine aktuelle Informationsquelle zum Thema Bildung, erweitert das Horizont und ist ein Mutmacher.

Begeisterung als Motor

Hirnforscher wie z. B. Prof. Gerald Hütter erörtern, daß je mehr wir uns für ein Thema begeistern, umso leichter wir über dieses Thema lernen können, denn Begeisterung regt die Produktion von Bottenstoffen an, die sich auf das Gehirn wie "Dünger" auswirken. Die ausgeprägte Begeisterung des Freilerners bringt ungeahnte Lern-Möglichkeiten mit sich, über die unsere eingefahrenen Bildungssysteme nur träumen können.

Das Malspiel


Im Film Alphabet wird das Werk von Arno Stern vorgestellt: das Malspiel und die Formulation : was ist das Malspiel, für wen ist es gedacht, wie unterscheidet es sich von der Kunst, ist das Malspiel eine Therapie, welches Ziel hat das Malspiel..?

Alphabet hat auf jeden Fall frischen Wind zum Thema Bildung gebracht und viele Menschen zum Nachdenken angeregt, inspiriert und gestärkt. In Oktober 2015 feierte der Film seine internationale Premiere in Frankreich in Paris in den Kinos. Wie schön.

Eindruck von Erwin Wagenhofer

„Mein Kopf ist voll, zu voll", liest im Film Alphabet eine Hamburger Gymnasiastin aus einem offenen Brief vor, den sie aus Verzweiflung geschrieben hat. Die Schülerin hat keine Zeit für sich oder für Hobbys. Erschöpft, unzufrieden, verängstigt: Das Bildungssystem macht Kinder zu Verlierern - starke wie schwache Schüler. So lautet die These des Dokumentarfilms "Alphabet". Der Filmemacher äußert sich so dazu: "Menschen tun nicht, was sie am liebsten tun und am besten können. Sie tun, was sie denken, tun zu müssen. Das ist ein Wahnsinn, den viele nur mit Psychopharmaka überstehen. Wer nur auf Leistung, Noten und Zertifikate setzt, zerstört kindliche Kreativität, Wissbegierde und letztlich Genialität. Noch schlimmer: Das kompetitive Schulsystem, so wie es jetzt ist, kann junge, gesunde, fröhliche Menschen zerstören. Die Gesundheit der Kinder leidet, ihre Individualität leidet, ihr Lebensglück geht verloren."

"Kinder kann man nur erziehen, indem man ihnen ein Vorbild ist".
Prof. Hüther