Fortbildung der Sprachförderkräfte im Malort

Das Malspiel in Theorie und Praxis

Nun war es soweit. Dein Malort empfing am 13.04.2016 die Sprachförderkräfte der Caritas und ihre Koordinatorin Karin Ganzenmüller für eine Fortbildung über das Malspiel. Diese Sprachförderkräfte sind in den Kindergärten Blausteins im Auftrag der Caritas tätig und unterstützen Kinder in ihrer Sprachentwicklung.

Mir ist es wichtig, dass bei solchen Veranstaltungen die Teilnehmer erfassen, wie sehr sich ein normaler Malkurs vom Malspiel unterscheidet. Über die Besonderheit des Malspiels habe ich eingehend berichtet: Die Malspieler (Groß und Klein) kommen in den Malort wöchentlich für 90 min., geniessen die Freiheit, spontan malen zu können, ohne Vorgaben, ohne Bewertung und ihre Bilder werden anschließend im Malort archiviert. Es geht nicht um das Ergebnis, das Kunstwerk sondern um den Moment, um die Verbindung mit sich selbst. Andere Grundvoraussetzungen führen logischerweise zu einem völlig neuem Ergebnis. So fördert das Malspiel die Entwicklung des menschlichen Potentials jeden Teilnehmers: Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist unter anderem das "emergente" (Antrieb, der von innen heraus kommt) Spiel ausschlaggebend für den Reifeprozess.
Das Malspiel existiert neben der Kunst und der Kunstterapie und jede Disziplin hat seine Berechtigung und seine Ziele.
Durch seine Forschungsarbeiten auf Reisen in verschiedenen entlegenen Ländern der Welt konnte Arno Stern - der Gründer des Malspiels - über das Wesen des Menschen viel in Erfahrung bringen, so dass die UNESCO auf ihn aufmerksam wurde und ihn später als Referent auf Symposien schickte.
Ein kurzer Auszug aus dem Film "Alphabet" von Erwin Wagenhofer sollte anschließend den theoretischen Teil zusammenfassen und abschliessen.

Danach gab es eine kurze Pause und es begann für die Teilnehmerinnen das Malspiel in der Praxis:

Jede machte Ihre Erfahrung mit den tollen Wasserfarben und hochwertigen Pinseln und Papier. An der Wand zu malen ist anders als am Tisch. Am Blatt ist jeder für sich. Der Palettentisch in der Mitte des Raumes ist der Treffpunkt mit anderen, das Gemeinsame. Wie immer sorge ich als Malspieldienende für einen reibungslosen Ablauf. Unterricht findet nicht statt, denn die Formulation ist bereits in jedem verankert und kommt beim Malspiel automatisch zum Ausdruck.

Studiert jemand Kunst oder macht eine Ausbildung zur Erzieherin steht in beiden Fällen das Malspiel auf dem Lehrplan. Im Malort kann man sich jedoch das theoretische Wissen über das Malspiel pratisch aneignen. Dass in Blaustein ein Malort existiert, ist nicht selbstverständlich, denn meistens sind Malorte in großen Ballungszentren vorzufinden.

Es war eine sehr nette Fortbildung und ich freue mich darüber, wenn diese Information für die Sprachförderkräfte der Caritas eine Bereicherung war.